Nicht nur ältere Menschen nutzen Künstliche Intelligenz (KI) seltener als der Durchschnitt – auch zwischen Frauen und Männern gibt es einen deutlichen Unterschied, den Gender AI Gap (englisch für „geschlechtsbezogene Kluft bei der KI-Nutzung“). Das zeigt die Studie „Digital Gender Gap – Schwerpunkt 2026: Künstliche Intelligenz“ des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) und der Initiative D21.

Das Ergebnis: 53 Prozent der Männer nutzen KI, bei den Frauen sind es nur 37 Prozent – ein Unterschied von 16 Prozentpunkten, den die Studie Gender AI Gap nennt. Selbst wenn man Alter, Bildung, Einkommen und Beruf herausrechnet, bleiben noch 8 Prozentpunkte Unterschied übrig.

Besonders überraschend: Bei jungen Erwachsenen (Jahrgänge 1996 bis 2010) ist die Lücke besonders groß. Hier nutzt jeder zweite Mann KI intensiv, aber weniger als jede dritte Frau.

Der Hauptgrund ist laut den Forscherinnen nicht in erster Linie Angst oder mangelndes Interesse. Entscheidend ist vor allem, ob Frauen im Job überhaupt einen praktischen Nutzen für KI erleben und ob sie dabei gezielt unterstützt werden. Gute Nachricht: Bezahlte Weiterbildung durch den Arbeitgeber verkleinert die Lücke fast vollständig, auf nur noch einen Prozentpunkt.

Das Wichtigste in Kürze: Frauen nutzen KI aktuell seltener als Männer, vor allem weil ihnen im Alltag oder Beruf oft der praktische Nutzen fehlt. Gezielte Weiterbildung kann diese Lücke fast schließen.

Quelle: Initiative D21 / IAB, Pressemitteilung vom 23.04.2026