Am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) läuft ein besonderes Pilotprojekt mit dem Namen „Elder Bot“ (englisch für „Bot für ältere Menschen“). Dahinter steckt ein Smartphone mit Gesicht und einer Künstlichen Intelligenz, die auf der Technik von ChatGPT aufbaut. Patient:innen über 60 Jahre nutzen ihn als Gesprächspartner zwischen den Sitzungen ihrer Psychotherapie.
Die Reaktionen sind unterschiedlich. Eine 84-jährige Patientin, ehemalige Schneiderin, berichtet: „Ich konnte mein Herz bei ihm ausschütten.“ Für sie war der Chatbot (ein Computerprogramm, mit dem man sich in normaler Sprache unterhalten kann) ein Werkzeug, um schwierige und gute Phasen ihres Lebens noch einmal durchzugehen.
Andere bleiben skeptisch. Eine 67-jährige ehemalige Ergotherapeutin sagt klar: „Menschliche Wärme und Haptik sind nicht zu ersetzen.“ Manche Patient:innen empfinden schon die Bedienung als Hürde, etwa das Einstecken in die Steckdose.
Projektleiterin Dr. phil. Brooke Viertel betont: Der Elder Bot soll keinen Menschen ersetzen, sondern eine Lücke füllen, wenn Therapiesitzungen nur einmal pro Woche stattfinden. Bei Warnsignalen, etwa bei suizidalen Äußerungen, verweist er automatisch auf Hilfsangebote.
Das Wichtigste in Kürze: Der „Elder Bot“ am UKE zeigt: Künstliche Intelligenz kann älteren Menschen Gesellschaft und Trost spenden, ersetzt aber keinen menschlichen Kontakt. Beides darf nebeneinander bestehen – als Ergänzung, nicht als Ersatz.
Quelle: FINK.HAMBURG, 01.04.2026
